Bahnenergieversorgung
Innovative Speise- und Versorgungskonzepte
Spricht man von elektrischen Bahnen, dann handelt es sich überwiegend um Gleichstrom- oder Wechselstrombahnen.
Gleichstrombahnen stellen im Nahverkehr bei Straßenbahnen, Untergrund- und Vorortbahnen bei Nennspannungen von DC 600 V bis DC 1,5 kV das vorherrschende Bahnsystem dar. In Europa ist AC als alleiniges System für den Hochgeschwindig- keitsverkehr vorgesehen und wird weltweit bei Hochleistungsstrecken als elektrisches Bahnsystem - in jüngerer Zeit auch im Nahverkehr - gewählt. Bei der Modernisierung und Weiterentwicklung des Eisenbahnverkehrs liegt die Aufmerksamkeit auch international auf dem Einsatz von Wechselstrombahnen.
Für die effektive Gestaltung der Bahnstromversorgung wurde eine Vielzahl von Speise- und Versorgungskonzepten entwickelt. Im Allgemeinen zielen sie auf eine Verringerung des Energiebedarfs, die Verbesserung der Versorgungssicherheit und -leistungsfähigkeit sowie die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Solarenergie.
Um derartige Aufgaben bearbeiten und optimale Lösungen finden und nachweisen zu können, sind Erfahrungen und leistungsfähige Werkzeuge erforderlich. In der KEMA stehen diese Werkzeuge mit den bahnspezifischen Simulationsprogrammen ELBAS-SINANET® für Gleichstrombahnen und ELBAS-WEBANET für Wechselstrombahnen zur Verfügung. Hauptmerkmal ist die integrative Berechnung des Bahnbetriebs als Zugfahrtsimulation einerseits und die elektrische Lastflussberechnung für das Bahnenergieversorgungsnetz andererseits. Für die Berechnung in zweiphasigen Bahnstromnetzen wird das durch KEMA entwickelte Programm ELEKTRA genutzt.