Qualitätsregulierung und Versorgungssicherheit.
Die wichtigste Dimension der Versorgungsqualität und Versorgungssicherheit ist die Zuverlässigkeit, d. h. die Kontinuität der Energieversorgung. Zuverlässigkeit ist dabei ein Maßstab für die Fähigkeit des Systems, den Anforderungen von Kunden kontinuierlich nachzukommen, und ist bestimmt durch die Verfügbarkeit der dafür erforderlichen Kapazität und die Ablaufprozesse im Störungsfall.
Die Umsetzung von Unbundling-Vorgaben führt zur Aufteilung der Verantwortung für Versorgungsqualität und Versorgungssicherheit auf mehrere Marktakteure. Produzenten und Importeure operieren in ihrem Marktumfeld und stellen die Erzeugungskapazität bzw. importierte Menge den Regeln ihres Marktes folgend zur Verfügung. Manchmal werden von Seiten des Regulierers ergänzend Anreize für die Bereitstellung vorhandener oder neuer Kapazitäten geschaffen. Die an regulierte Netzbetreiber gestellten Anforderungen bzgl. der Zuverlässigkeit sind durch technische Marktregeln, Lizenzen, Performance-Standards und Qualitätsregulierungsmechanismen bestimmt.
Im Falle von Energienetzen ist die Versorgungsqualität durch zwei weitere Elemente charakterisiert: die Produktqualität (Spannungsqualität für Strom und Gasbeschaffenheit für Gas) und die kommerzielle Qualität. Die Produktqualität bezieht sich auf die technischen Eigenschaften von Strom und Gas. Im Regelfall gibt es hierfür nationale oder regionale technische Standards. Kommerzielle Qualität misst die Servicequalität der Netzbetreiber im Verhältnis zu angeschlossenen Kunden bezüglich Abrechnung, Ablesung, Umgang mit Beschwerden usw. Der Standard, der hier zu erreichen ist, wird normalerweise von Seiten der Regulierungsbehörden vorgegeben.
KEMA vereint technische und ökonomische Expertise in einem Unternehmen und ist damit zu einem der führenden internationalen Beratungsunternehmen in Fragen der Versorgungsqualität geworden. Wir unterstützen Erzeuger, Netzbetreiber sowie Endversorger und Regulierer, eine solide Versorgungsqualitätsstrategie zu entwickeln und umzusetzen. KEMA berät Unternehmen und Regulierer bei Definition und Anwendung von:
- Qualitätsmaßstäben
- Netzbetriebsperformancestandards für Produktqualität, kommerzielle Qualität, Zuverlässigkeit und Anlagensicherheit
- Kapazitätsmechanismen zur Absicherung hinreichender Produktionskapazität
- Indikatoren und Standards für die Versorgungsqualität
- Modellierung von Zusammenhängen zwischen Kosten und Qualität
- Anreizsystemen für Qualitätsregulierung
- Ermittlung von Ausfallkosten und Wertigkeit von Qualität
- Benchmarking der Versorgungsqualität.