Luftqualität
Luftverschmutzung kann Gesundheitsprobleme verursachen. Darum wurden vom Staat strenge Normen festgelegt
Beim Bau neuer Strassen, bei der Schaffung neuer Industrien, bei einer Zunahme der Verkehrsintensität und bei einer Änderung der Betriebsführung in einer Industrie muss die Einhaltung dieser Normen überprüft werden. Mit dem hochentwickelten Rechenmodell STACKS+ von KEMA können die Auswirkungen all dieser Aktivitäten auf die Luftqualität berechnet und deutlich gemacht werden.
Mit STACKS+ werden durch Straßenverkehr, Industrie, Schifffahrt und andere relevante Quellen verursachte Emissionen in Konzentrationsniveaus und Sedimentierung umgerechnet. STACKS+ wird u. a. für folgende Zwecke verwendet:
• Berechnung der Stickstoffdioxid- und Feinstaubkonzentrationen in der Nähe von Verkehrsstraßen, die danach mit den Grenzwerten der Luftqualitätsrichtlinie (einschließlich der Normen für Überschreitungstage und-stunden) verglichen werden.
• Berechnung der Immission zahlreicher Komponenten, einschließlich Geruch, als Folge industrieller Tätigkeiten (unter anderem Kraftwerke), zum Beispiel im Rahmen der Erteilung von Umweltgenehmigungen.
• Ermittlung der Auswirkungen von Maßnahmen und Strategien zur Emissionsüberwachung.
• Berechnung der Menge an Stickstoff, die sich als Folge des Ausstoßes durch Straßenverkehr und Industrie in Naturgebieten abgelagert hat.
Das STACKS+-Modell kurz zusammengefasst
Das STACKS+-Modell bildete den Ausgangspunkt für das Niederländischen Referenzberechnungsmodell NNM (Nieuw Nationaal Model) für Punkt- und Flächenquellen.
STACKS+ ist ein auf rationalen physikalischen und chemischen Formulierungen basierendes Modell, das die Situation stündlich simuliert. Dazu wird eine meteorologische Datenbank auf Stundenbasis verwendet. Die stündliche Modellierung hat folgende Vorteile:
• Die berechneten Tagesmittel und Jahresmittel ergeben sich unmittelbar aus den Berechnungen. Dazu brauchen, anders als in Screening-Modellen mit verschiedenen empirischen Beziehungen, keine (anfechtbaren) Annahmen gemacht zu werden.
• Es können pro Stunde variable Emissionszahlen für Punkt- und Flächenquellen angegeben werden.
• Der Tagesverlauf des Straßenverkehrs kann im Detail berücksichtigt werden. Dadurch können auch die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen, z. B. Freigabe von Standspuren in Stoßzeiten, Staubekämpfung, Einführung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtung von Umweltzonen in Städten, deutlich gemacht werden.
STACKS+ verwendet immer die neuesten vom Niederländischen Ministerium für Wohnungsbau, Raumordnung und Umwelt (VROM) freigegebenen Emissionsfaktoren für Kraftfahrzeuge und Hintergrundkonzentrationen für unter anderem NO2, Feinstaub, SO2, Ozon und CO.
Was kann mit STACKS+ modelliert werden?
Mit STACKS+ kann die Luftqualität für Folgendes modelliert werden:
• Industriequellen
• Industriequellen mit Gebäudeeinfluss
• Diffuse Quellen, z. B. Gewerbegebiete oder Lager- und Umschlagsbetriebe
• Straßen
o Autobahnen, Fern- und Nahverkehrsstraßen
o Bebaute Straßen in Dörfern und Städten (die so genannten ’streetcanyons’: Straßen mit Gebäuden auf einer oder beiden Seiten, wodurch die Konzentrationen sich addieren)
o Straßen mit Lärmschutzwänden
o Tunnelmündungen
o Parkplätze
o Busbahnhöfe und Taxiplätze
• Schifffahrt
• Flughäfen
• Viehbetriebe
Die oben genannten Quellen können miteinander kombiniert und innerhalb einer Rechensitzung durchkalkuliert werden. Diese Eigenschaft macht STACKS+ einzigartig.
Wie kann KEMA Ihnen im Bereich der Luftqualität zu Diensten sein?
KEMA verfügt über die Fachkenntnisse, Technologie und Erfahrung, die notwendig sind, um Sie bei komplexen Projekten im Bereich der Luftqualität unterstützen zu können. Das STACKS+ Modell kann flexibel an Ihre spezifischen Anforderungen angepasst werden und für komplexe Situationen verwendet werden, denen andere Modelle nicht gewachsen sind.
Für „herkömmliche“ Luftqualitätsberechnungen eignet sich das STACKS+ Modul, das in das Softwarepaket Geomilieu von DGMR aufgenommen wurde (für die Stoffe NOx, PM10, SO2, Benzen, BaP, CO, Pb und ab Mitte 2010 auch für Geruch). Ein anderes Modul von Geomilieu ist STACKS D+. Mit STACKS D+ lässt sich die Stickstoffsedimentierung (NO2 + NH3) an Straßen berechnen. Dies ist für die Prüfung im Rahmen des Naturschutzgesetzes von Belang. Mit dem STACKS-G Modul können auch Berechnungen zür Lüftqualität ausgeführt werden.
Als eigenständiges Softwarepaket ist das Modell auch unter dem Namen KEMA-STACKS im Handel erhältlich. KEMA-STACKS wird für detaillierte Imissionsberechnungen (22 Stoffe, einschließlich Geruch) für die Industrie (Punkt- und Flächenquellen) verwendet.