Diagnostik von Hochspannungs-Leistungsschaltern

Die Leistungsschalter für Hochspannungsnetze spielen eine entscheidende Rolle bei der Verteilung der elektrischen Energie. Bei einem niedrigen Betriebszyklus, aber einer wichtigen Funktion im Fall von Störungen im Stromnetz werden hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit dieser Komponenten gestellt. Da das Störungsrisiko zunimmt, je länger die Komponenten im Betrieb sind, ist eine ausreichende Wartung dieser Komponenten absolut unverzichtbar, um technische (und wirtschaftliche) Schäden zu vermeiden.

Kontaktgeschwindigkeitsmessungen
Je nach Leistungsschalter-Typ wird die Kontaktbewegung mit Hilfe eines linearen oder rotierenden? Sensors gemessen und in einem PC gespeichert. Anhand dieser Daten werden dann auf einfache Weise die damit verbundene Kontaktgeschwindigkeit und  beschleunigung abgeleitet. Diese Zahlen lassen oft unmittelbar auf (zukünftige) Störungen schließen, die sich hauptsächlich auf den Steuerungs- und Abschaltmechanismus beziehen. KEMA hat Empfehlungen entwickelt, die den Status der Komponenten klassifizieren. Dank der umfassenden Erfahrungen von KEMA ist es relativ einfach, Empfehlungen für neue Leistungssschalter-Typen zu entwickeln. 

Vibrationsmessungen
Die Vibration auf dem Gehäuse eines Leistungsschalters wird mit Hilfe von piezoelektrischen Wandlern gemessen, die auf die Außenseite des Leistungsschalters aufgesetzt werden. Die Signale werden im Zeitfeld analysiert, wobei der Zeitpunkt der Bewegung in Richtung des Kontakts, der erste Punkt, an dem der Kontakt hergestellt wird, und der Punkt, an dem der Kontakt unterbrochen wird, zutage treten. Es handelt sich um eine nicht invasive Messung, die somit in dieser Hinsicht von der Messung bei der Bewegung der Kontakte abweicht.

Spulenstrommessung
Die Zahl der Schaltspiele liegt im Allgemeinen relativ niedrig. Bei Leistungsschaltern in Umspannwerken, wo möglicherweise feuchtigkeitsbedingte Probleme wegen des Schmierfetts an drehenden Teilen auftreten, kann dies fallweise Probleme verursachen. Der Strom in der Abschaltspule vermittelt einen praktischen Anhaltswert in Bezug auf den Zustand solcher Mechanismen. KEMA hat eine Reihe von Empfehlungen für verschiedene Arten von Abschaltspulen und Abschaltmechanismen entwickelt. 

Teilentladungsmessungen
Das Auftreten von Teilentladungen ist ein Anzeichen für das Vorkommen von dielektrischen Isolationsproblemen im Leistungsschalter. Generell gilt, dass das Risiko einer Störung infolge eines dielektrischen Durchschlags steigt, je höher der abgegebene Strom und die Häufigkeit des Vorkommens liegen. Teilentladungen können online mit Hilfe einer Hochfrequenz-Sonde gemessen werden. Im Zusammenhang mit diesen Überwachungsanwendungen verfügt KEMA über einen Breitbandempfänger und Spitzenwertdetektor. Diese Technik ist sogar bereits erfolgreich für verschiedene Typen von Schalteinrichtungen mit Metallgehäuse zum Einsatz gekommen.

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