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Produkte und Prozesse













Internationalität drückt der Qualitätswahrnehmung ihren Stempel auf

KEMA: Qualitätsbegriff im Wandel


Durch die Globalisierung von Angebot und Nachfrage wird im Qualitäts-management die Ganzheitlichkeit immer wichtiger. Die Harmonisierung von Produkten und Prozessen ist unerlässlich. Und je größer die Abstände, desto höher das Fehlerrisiko in der Produktionskette. KEMA spricht sich für einen durchdachteren Einsatz von Zertifizierungsstellen aus. "Davon profitieren sowohl Hersteller und Lieferanten als auch Importeure und Verbraucher."

Die Welt ist ein Dorf, oder so denkt man jedenfalls oft. Aber in der Praxis stellen wir oft fest, dass etwas, das der eine Dorfbewohner als Qualitätsprodukt betrachtet, für den anderen nur Ramsch ist. 

"Das weltweite Dorf stellt so seine eigenen Anforderungen an unser Qualitätsdenken," meint Herr Philip Altena, Marketing Manager bei KEMA Quality. Sein Kollege, Sales Manager Bram Holtus sagt: "Machen Sie sich also die Kenntnisse und das Netzwerk des Zertifizierers optimal zunutze, indem Sie seine Hilfe in den Bereichen in Anspruch nehmen, wo Ihre eigenen Kenntnisse nicht ausreichen." Als logische Folge der Entwicklungen bietet KEMA eine neue Leistung an: Lieferantenaudits. Eine visuelle Inspektion an Ort und Stelle, um sicherzustellen, dass das vom Käufer auf dem einen Kontinent Gefragte auf dem anderen Kontinent auch tatsächlich hergestellt wird. 

In Europa gibt es genug Geld, um Produkte zu kaufen. Aber zugleich ist Europa auch teuer. Darum ziehen Fabrikanten in billigere Länder um, wo dann die Produkte für den europäischen Markt hergestellt werden können. Der deutsche Fabrikant, der seine Bauteile früher im Ruhrgebiet gekauft hat, ist heute mit einem Lieferanten in Shanghai im Geschäft. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das nur logisch. Aber hinsichtlich der Produktionskette ist das auch ein Schritt, der extra Risiken mit sich bringt. Die Entfernung, sprachliche und kulturelle Unterschiede tragen zur Entstehung von immer mehr und immer größeren Fehlern und Missverständnissen bei. Das weltweite Dorf ist anscheinend doch etwas größer als wir dachten was sich besonders in unterschiedlichen Interpretationen von Normen zeigt.

Qualität: das A und O

Die weitreichende Globalisierung des Markts stellt für KEMA eine Riesenchance dar, Fabrikanten und Lieferanten einen Mehrwert anzubieten. "Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass die Zertifizierung der letzte Schritt des Produktionsprozesses ist. Qualität ist das A und O des Prozesses. Eine Zertifizierung der Qualität führt nicht zu höheren Kosten, sondern kann manche Ausgaben überflüssig machen," so Herr Altena. Aus Schadenersatzklagen entstehende Kosten beispielsweise. Denn Altena stellt mit Besorgnis fest, dass die Klagekultur auch in Europa immer weiter um sich greift. "Man sieht heute, dass große Unternehmen, sowohl Fabrikanten als Handelsunternehmen, Unmengen an Geld für Garantieangelegenheiten ausgeben. Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dies nur einen Bruchteil der Kosten darstellt, die mit Schadenersatzklagen aufgrund minderwertiger Produkte auf uns zukommen können!" 

Bram Holtus illustriert diese Sorge mit einem Beispiel aus der Prüfungspraxis: "Wir haben festgestellt, dass mehr als die Hälfte der geprüften Produkte von Grund auf geändert werden müssen." Herrn Holtus Meinung nach liegt das daran, dass wir hier in Europa Anforderungen an Produkte stellen, die man im Fernen Osten nicht versteht, nicht erfüllen kann oder als unerheblich betrachtet. "Aber in Europa macht es in Produkthaftungsfragen viel aus, ob dieses kleine Warnetikett auf dem Produkt vorhanden ist oder eben nicht." Ganz zu schweigen noch von Produkten, die einfach eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. 

Zurück an Absender: 50.000 Bauteile an Lieferanten zurück

Die Behörden in Europa wissen das natürlich auch. Die Kontrollen an den Außengrenzen von Europa werden verschärft, um zu verhindern, dass der Markt mit billigen, aber gefährlichen Produkten und Bauteilen überschwemmt wird. Herr Holtus erläutert seine Aussagen anhand eines unerfreulichen Beispiels: "Ein europäischer Fabrikant möchte aus finanziellen Gründen Bauteile im Fernen Osten einkaufen. Dieser Fabrikant macht sich mit seinen internationalen Normen und betriebsspezifischen Kriterien gerüstet auf den Weg. Er kommt in Kontakt mit einem Produzenten, der ihm versichert, dass das Gewünschte auch geliefert werden könne. Einen Monat später - wieder in Europa - erhält der europäische Fabrikant ein perfekt erscheinendes Muster. Der nächste Schritt ist ein Auftrag für 50.000 dieser Bauteile. Ein weiterer Monat geht vorbei und dann kommt ein Anruf aus Cherbourg. Der französische Zoll hat einen Container geöffnet und eine Sendung elektronischer Produkte beschlagnahmt."  

Und dann ist der Teufel los. Aus den Begleitdokumenten geht nicht hervor, ob die Sendung den europäischen Richtlinien entspricht. Nach einer ersten Beurteilung scheinen die schlimmsten Befürchtungen wahr zu werden. Was danach kommt, kann man sich ausmalen: Diskussionen auf dem Kai, vage Dokumente werden um die Welt gefaxt und das Ende vom Lied ist meistens, dass die Sendung an den Absender zurück geht.

Rückverfolgung der Produktionskette

Bram Holtus weiß, dass Fabrikanten diese Art von Problemen verhindern können. "Nutzen Sie die Dienste Ihres Zertifizierers! Gerade haben wir noch davon geredet, dass Qualität das A und O der Produktion ist. Was Fabrikanten und Importeure tun sollten, ist: die Kette zurückverfolgen." Herr Holtus: "Mit dem Endbenutzer des Produkts anfangen und von dort aus zurückverfolgen, was an welchem Punkt schief gehen kann. Stellen Sie sich die folgende Frage: Was kann im Laufe der Produktionskette alles passieren, das dazu führen kann, dass der Endkunde das Produkt nicht erhält oder nicht annimmt? In Bereichen, wo Ihre Kenntnisse nicht ausreichen, kann ein gutes internationales Prüfinstitut wie KEMA optimal zum Einsatz kommen."

In anderen Worten: Gehen Sie nicht nach "Irgendwo" am anderen Ende der Welt ohne die Fachkenntnisse von KEMA. "Wir blicken unter die Oberfläche und lassen uns nicht von dem ersten schönen Muster in Geschenkverpackung irreführen. Denn das ist natürlich einwandfrei."

DuPro Inspections

KEMA führt für ihre Kunden immer öfter Lieferantenaudits durch. Herr Holtus: "DuPro Inspections steht für During Production Inspections. Dabei sehen wir uns einfach in der Fabrik um, während die Produktion im Gang ist, und nehmen dann einige willkürliche Produkte aus dem Produktionsprozess und dem Lager, um sie zu beurteilen." Damit bekommt der Kunde die Sicherheit, dass das von ihm Bestellte auch tatsächlich hergestellt wird. "In diesem Kontext gehen wir von den internationalen Normen aus, lassen jedoch auch die kundenspezifischen Kriterien in unsere Beurteilung miteinfließen." Falls später doch noch Probleme an den europäischen Außengrenzen entstehen, kann KEMA bei der Lösung dieser Probleme helfen. "Wenn nötig, gehen wir in eigener Person nach Cherbourg und helfen dabei, die Sendung Europa hinein zu bekommen," so Herr Holtus selbstbewusst. 









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