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Eine Machbarkeitsstudie – was kann und soll sie leisten?


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Politische und wirtschaftliche Diskussionen auf Grundlage einer unabhängigen Studie
15. Mai – Im August 2007 hat KEMA als neutrales Ingenieur- und Beratungsunternehmen für die Energieversorgung die Aufgabe übernommen, die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Teil- oder Gesamtverkabelung unabhängig und objektiv zu untersuchen. Vorzüge und Risiken, Konsequenzen und Mehrkosten für den etwa 120 km langen Leitungsabschnitt des österreichischen Übertragungsnetzes wurden in Abstimmung mit den beteiligten Parteien analysiert und sachgerecht dargestellt. Die Veröffentlichung der Studienergebnisse im Januar 2008 entfachte eine noch immer andauernde Diskussion auf technischer und politischer Ebene. Die KEMA-Studie dient als Diskussionsgrundlage zur grundsätzlichen Machbarkeit einer Teilverkabelung. Die individuelle Auslegung der objektiven Ergebnisse jedoch ist nicht mehr die Aufgabe der KEMA, sondern spiegelt die Interessen der jeweiligen Diskussionsparteien wider.
Der Berufungsbescheid des Umweltsenats für den ersten Abschnitt der Trasse von St. Peter bis Salzach neu liegt nun vor. In den Begründungen zur rechtlichen Beurteilung wurde die KEMA-Studie gemeinsam mit anderen vorgelegten Studien und Gutachten zitiert, die von VerfahrenspartnerInnen benannt und eingereicht wurden. Ebenso legte die APG im April 2008 eine Stellungnahme zur KEMA-Studie vor. Dabei beziehen sich die Stellungnahmen des Umweltsenats und der APG im Wesentlichen auf die folgenden Positionen:
- Insbesondere wird die Einschätzung der KEMA zum Stand der Technik für den Einsatz von Kabeln in 380-kV-Übertragungsnetzen nicht geteilt. Die Differenzen ergeben sich zum Einen aus Definitionsfragen zum Stand der Technik. Zum Anderen werden die aufgeführten Beispiele als nicht relevant eingeschätzt.
- Zitiert wird vom Umweltsenat die KEMA-Einschätzung, dass eine Freileitungslösung die betriebswirtschaftlichere Lösung sei. Ebenso nimmt der Beschluss Bezug auf die im Rahmen der Machbarkeitsstudie noch nicht genau untersuchten Risiken, die sich aus den speziellen geologischen Randbedingungen ergeben.
- Im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung werden nicht alle Themen umfassend betrachtet, vielmehr ist das Aufgabe der nachgelagerten Projektierung. Mit allen Beteiligten wurde abgestimmt, dass Details zur Kabellegung somit nicht Untersuchungsgegenstand waren und es auch nicht sein konnten.
- KEMA hat mit der Studie das Ziel auftragsgemäß verfolgt, die Machbarkeit einer Teilverkabelung aus elektrotechnischer, raumplanerischer und volkswirtschaftlicher Sicht zu untersuchen und den verfügbaren Wissensstand zusammenzutragen. Mit dem neuen Ansatz für die vergleichende Betrachtung der stochastischen und deterministischen Ausfälle für die Verfügbarkeit wurde erreicht, Freileitungs- und Kabellösung unvoreingenommen zu bewerten. Dies ist notwendig, um Vor- und Nachteile einer jeden Lösung gleichwertig zu betrachten. Der Umweltsenat und die APG sind diesem Ansatz nicht gefolgt. KEMA hat für die zugesicherten Eigenschaften der Kabel aktuelle Produktangaben der Hersteller verwendet.
Keine der von APG aufgeführten Kritiken ändert den Sachverhalt, dass eine Teilverkabelung technisch grundsätzlich realisierbar ist. KEMA hebt klar hervor, dass eine Gefährdung der Versorgungssicherheit Österreichs, aus der sich der Einsatz von Kabeln verbiete, nicht erkennbar ist.
KEMA wird sich in Zukunft auf die Besprechung der technischen Details konzentrieren. Die technischen Fakten bleiben und sind wie auch der Umweltsenat feststellte, mit den Ergebnissen anderer Studien durchaus vergleichbar. Die Herausforderung liegt nun darin, die politischen und wirtschaftlichen Interessen in Österreich in Einklang zu bringen und dementsprechend Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.
Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Diskussion zu Preisen in der Elektrizitätsversorgung erscheint eine Entscheidung für eine optimierte Freileitungslösung als zumindest nachvollziehbar.
Sollten die erforderlichen Projekte hinsichtlich des Anschlusses von Offshore-Windparks in Deutschland realisiert werden, stehen in wenigen Jahren bald weitere Betriebserfahrungen mit Höchstspannungskabeln in Übertragungsnetzen zur Verfügung.
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