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Zusatz von Biomasse-Brennstoffen beeinflusst Entstickung




Investitionen müssen innerhalb des Budgets bleiben

Die Wirksamkeit einer Anlage zur Entfernung von NOx  aus den Rauchgasen eines Kohlekraftwerks kann schneller abnehmen, wenn der Kohle Biomasse hinzugefügt wird. Daraus folgt, dass der Katalysator in der DeNOx-Anlage häufiger ersetzt werden muss. Die dadurch erforderlichen zusätzlichen Investitionen werden jedoch gewöhnlich durch die Einnahmen, die durch den Zusatz von Biomasse erzielt werden, mehr als kompensiert. 

In den Niederlanden werden voraussichtlich alle Kohlekraftwerke innerhalb weniger Jahre in Folge strengerer gesetzlicher Vorschriften mit einer DeNOx-Anlage ausgerüstet sein. Bisher gibt es in den Niederlanden zwei Anlagen, die diese säurebildenden Bestandteile aus den Rauchgasen entfernen. Gleichzeitig ist die Begrenzung des CO2-Ausstoßes eines der wichtigsten Umweltziele. Die Verwendung von Biomasse als Ergänzungsbrennstoff ist eine der Methoden, um dieses Ziel zu erreichen. Diese beiden Maßnahmen stehen jedoch im Konflikt zueinander.

Rauchgas
Das Herzstück und zugleich die empfindlichste Komponente der DeNOx-Anlage ist der Katalysator. Der Katalysator funktioniert am besten bei Temperaturen, die unmittelbar nach der Verbrennung und vor der Rauchgasreinigung (Partikelfilterung) herrschen. Durch den Zusatz von Biomasse-Brennstoff gelangen Partikel in das Rauchgas, die den Katalysator verunreinigen. Aus diesem Grund wäre es vorteilhaft, mit dem Entfernen des NOx bis nach der Reinigung zu warten. Dann ist die Temperatur allerdings so weit gesunken, dass die Rauchgase wieder erhitzt werden müssten – eine teure Angelegenheit. 

Langsam aber stetig
KEMA untersuchte anderthalb Jahre lang die Abnahme der Aktivität verschiedener Katalysatoren im Kohlekraftwerk Maasvlakte (Niederlande). In diesem Kraftwerk befindet sich noch keine DeNOx-Anlage, aber es werden etwa 10 Prozent an Sekundärbrennstoffen aller Art – darunter auch Biomasse – mitverbrannt. Die Ergebnisse wurden mit den DeNOx-Anlagen ähnlicher Kraftwerke verglichen und hochgerechnet. Unter „sauberen“ Verbrennungsbedingungen scheint die Aktivität des Katalysators langsam aber stetig zu sinken, so dass der Katalysator nach 5 bis 10 Jahren ersetzt werden muss. Unter Zugabe von 10 Prozent Biomasse-Brennstoff ist die Reduktion der Aktivität um 10 Prozent größer, so dass ein Austausch oder eine Reaktivierung früher erforderlich sind. 

Gerechtfertigt
Diese schnellere Abnutzung stellt für Stromproduzenten eine zusätzliche Ausgabe dar. Andererseits bringt der verringerte CO2-Ausstoß zusätzliche Einnahmen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen scheint diese verfrühte Abschreibung durch schnellere Abnutzung aus betriebswirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt. Die genauen finanziellen Auswirkungen werden nach Abschluss der letzte Messungen ermittelt.

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Für weitere Informationen zu Biomasse (Englisch)

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